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OFPSearch: Die Akten der Vermögensverwertungsstelle durchsuchen

- Erschienen am 06.07.2026

Potsdam, 6. Juli 2026 – Das Brandenburgische Landeshauptarchiv ermöglicht ab sofort den Zugang zum Auswertungstool der Provenienzforschung zu NS-Raubkunst (OFPSearch). Diese OCR-basierte Anwendung durchsucht die maschinenschriftlichen Teile der rund 42.000 digitalisierten Akten der Vermögensverwertungsstelle beim Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg (OFP). OFPSearch wurde im Rahmen eines mit Bundesmitteln geförderten Projektes im Landeshauptarchiv entwickelt.

Was ist OFPSearch?

Das Team des OFP-Projekts hat für die Auswertung der Akten der Vermögensverwertungsstelle eine Anwendung entwickelt, mit der die Projektbeteiligten die digitalisierten Akten auf Grundlage einer optischen Texterkennung (Optical-Charakter-Recognition – OCR) durchsuchen. Ziel dabei ist es, Hinweise zu heutigen Standorten von NS-Raubkunst zu finden.

Das Landeshauptarchiv ermöglicht es nun allen Interessierten, die Kernfunktionen dieser Anwendung zu nutzen. Forschende können hier nach eigenen Suchbegriffen filtern – sowohl innerhalb einzelner Akten als auch im gesamten veröffentlichten Bestand. Datengrundlage bilden alle archivrechtlich frei zugänglichen digitalisierten Akten des OFP. Es handelt sich dabei um alle personenbezogenen Akten der NS-Vermögensverwertungsstelle, die bereits in der Onlinesuche des Landeshauptarchivs öffentlich zugänglich sind – insgesamt 40.674 der 41.690 digitalisierten Akten.

Zukünftig Gesamtzugriff im Lesesaal möglich

Im Laufe der kommenden Monate plant das Landeshauptarchiv, den Zugriff auf alle Unterlagen, einschließlich der noch nicht online zugänglichen Akten, im Lesesaal bereitzustellen. Dafür wird ein Antrag auf Schutzfristenverkürzung notwendig sein. Informationen darüber veröffentlichen wir auf der Website des Landeshauptarchivs und der OFPSearch Homepage.

Hintergrund

Der Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg (OFP) war als regionale Finanzbehörde ab 1942 für die Verwertung des Vermögens der emigrierten und deportierten NS-Verfolgten zuständig. Eigens dafür richtete der OFP Anfang 1942 eine Dienststelle ein: die Vermögensverwertungsstelle.

Zahlreiche der im Zuge dieser Verwertung angelegten personenbezogenen Akten sind im Teilbestand Rep. 36A Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg (II) überliefert. Sie dokumentieren, wie die Behörden das Vermögen von Verfolgten erfassten und zugunsten der Staatskasse vollständig veräußerten sowie die vielen weiteren gesellschaftliche Akteur*innen, die sich dabei bereicherten.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) fördert das Gesamtprojekt mit bis zu 4,41 Millionen Euro. Das Land Brandenburg hat das Projekt in den Jahren 2019 und 2020 über eine Anschubfinanzierung mit insgesamt 100.000 Euro gefördert.

Link zur Anwendung: https://ofp.blha.de/

Wie kann ich das Auswertungstool OFPSearch nutzen? Zur Recherchehilfe