Toolbar-Menü

Quellen zur Postgeschichte besser zugänglich

- Erschienen am 30.03.2026
Diensteid des Ortsbriefträgers Ernst Gustav Baum in Drebkau, 1865. (BLHA, Rep. 44B RPD FfO Nr. 418.)

Im Online-Zugang des Brandenburgischen Landeshauptarchivs ist seit März 2026 der Zugang zu Quellen der brandenburgischen Postgeschichte deutlich verbessert. In einem Erschließungsprojekt hat das Landeshauptarchiv Aktenübernahmen mit den Beständen Reichspostdirektion Potsdam und Reichspostdirektion Frankfurt (Oder) zusammengeführt und rund 650 Akten neu verzeichnet.

Bestände der Reichspostverwaltung

Von den beiden Reichspostdirektionen Potsdam und Frankfurt (Oder) in der Provinz Brandenburg war bislang nur von der Frankfurter Behörde ein umfangreicherer Bestand mit etwa 300 Akten im Landeshauptarchiv überliefert. Bis auf einen Splitterbestand mit Akten fehlten Unterlagen der 1943 aufgelösten Reichspostdirektion Potsdam, weil die Aktenregistratur der Behörde 1945 in Potsdam durch Kriegseinwirkung vernichtet wurde.

 

Durch eine Übernahme aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK) gelangten 2024 die von den Reichspostdirektionen bereits vor 1945 zur Archivierung nach Berlin-Dahlem abgegebenen Aktenbestände in das Landeshauptarchiv – 255 Akten der Oberpostdirektion Frankfurt (Oder) und 230 Akten der Oberpostdirektion Potsdam.

 

Weitere umfangreiche, bereits im Landeshauptarchiv verwahrte Teile der Aktenüberlieferung der Reichspostdirektion Frankfurt (Oder) waren bis vor kurzem nur bedingt erschlossen und in der Archivdatenbank nicht erfasst.

 

Einblicke in Kommunikation und Mobilität

Die neu hinzugekommenen Unterlagen bieten vielschichtige Einblicke in die regionale Verwaltung der Post im Bereich des Regierungsbezirks Frankfurt (Oder). In größerer Zahl enthält der Bestand Akten über den Dienstbetrieb der Postämter und den Bau und die Unterhaltung einzelner Postamtsgebäude in der Neumark und der Niederlausitz. Gerade die älteren Akten verdeutlichen, dass vor dem Ausbau eines engmaschigen Eisenbahnnetzes die Post das Reiseverkehrsmittel im ländlichen Raum war. Andere Akten über die Einrichtung von Telegrafenstationen und den Ausbau von Leitungsnetzen dokumentieren die Nutzung von Telegraphie und Fernsprechwesen als neue Kommunikationsmittel ab den 1880er Jahren.

 

Personalwesen

Hervorzuheben sind die im Bestand vorhandenen Unterlagen zum Personalwesen der Post. Sie betreffen die allgemeine Personalverwaltung mit Akten zu Einstellung, Ausbildung und Versorgung und ebenso personenbezogene Informationen. Zu letzteren gehören Akten über die Bestellung von Landbriefträgern in einzelnen Postamtsbezirken, zu Sammelakten formierte Personalbögen (Standeslisten) und Personalakten von Beamten und Angestellten aller Dienstränge.

 

Die Erschließungsangaben für die Bestände der Reichspostverwaltung Rep. 44A Reichspostdirektion Potsdam und Rep. 44B Reichspostdirektion Frankfurt (Oder) stehen vollständig für Interessierte in der Archivdatenbank zur Verfügung.

 

Verwaltungsgeschichte

Seit 1850 gab es in Preußen in jedem Regierungsbezirk als Mittelbehörde eine Oberpostdirektion, die zunächst dem Generalpostamt in Berlin, mit der Reichsgründung 1871 und der Einrichtung der Reichspostverwaltung dann dem Generalpostdirektor im Reichskanzleramt (später dem Reichspostamt) und ab 1919 dem Reichpostministerium direkt nachgeordnet war. Seit 1934 firmierten die Oberpostdirektionen unter der Behördenbezeichnung „Reichspostdirektion“.

 

Links

Reichspostdirektion Potsdam: https://blha-recherche.brandenburg.de/de/#/details?selectedId=48829

Reichspostdirektion Frankfurt (Oder): https://blha-recherche.brandenburg.de/de/#/details?selectedId=1686715