Bilder zur Geschichte des BLHA

Gründung des Landeshauptarchivs: Am 21. Juni 1949 unterzeichnete der damalige Innenminister des Landes Brandenburg den Erlass zur Einrichtung eines „Landesarchivs Brandenburg“. Die in den ersten Nachkriegsjahren geführte Debatte über die Neuordnung des staatlichen Archivwesens in Brandenburg, das infolge der Einteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen 1945 nicht die vorherige archivische Organisation ungebrochen weiterführen konnte, war damit abgeschlossen: Das Land Brandenburg hatte sich dafür entschieden, ein eigenes Landesarchiv für die Unterlagen seiner Landesverwaltung und der älteren brandenburgischen Behörden zu gründen.


Aufbau des Archivs: Die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beginnen damit, Archivgut in das neu gegründete Brandenburgische Landeshauptarchiv (BLHA) zu übernehmen. Der 1949/50 bezogene erste Standort befand sich im östlichen Flügel der Orangerie im Park von Sanssouci. Wo einst exotische Pflanzen überwintert hatten, stapelten sich nun Akten. Während das Schriftgut angeliefert wurde – größtenteils aus dem Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem bzw. seinen kriegsbedingten Auslagerungsstätten südlich Magdeburgs, – entstand in der sieben Meter hohen Pflanzenhalle eine Holzregalanlage über drei Etagen.


Zwischen Stuck und Holzregalen: Die Bestände wuchsen stetig und es wurde eng. Auf dem Foto aus den 1990ern ist ein Gang in zu sehen, der gleichzeitig Archivkartons, einen Arbeitsplatz, einen Kartenschrank und einen Aktenwagen beherbergte. Die Räumlichkeiten in der Orangerie wurden bis zum Auszug mit Öfen beheizt. Neben den groben Holzregalen im Magazin waren die Wände im Geschäfts- und Lesesaalbereich mit Stuck und Wandbemalungen verziert.


Ein neuer Standort für das BLHA: Ab 1992 wurde ein neuer Standort für das Archiv auf dem Windmühlenberg in Potsdam-Bornim hergerichtet. Die letzte der hierfür zum Magazingebäude umgebauten Kfz-Hallen wurde am 25. August 1994 von Hinrich Enderlein, damaliger Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, an den Direktor des BLHA, Dr. Klaus Neitmann übergeben. Auch das Verwaltungsgebäude auf dem Areal wurde weiter genutzt. Im Jahr 2003 wurde ein neues Magazingebäude fertiggestellt, in dem auch der Lesesaal untergebracht war.


Rückbau der Holzregale: Parallel zum Ausbau des neuen Standorts in Bornim erfolgte ab 2003 der Rückbau des Magazins im Orangerie-Gebäude. Die massive Holzkonstruktion, die die Archivalien über Jahrzehnte getragen hatte, wurde Stück für Stück abgetragen. Zum Vorschein kam die geräumige Halle, in der heute wieder Pflanzen überwintern. Der endgültige Auszug aus der Orangerie erfolgte erst im Jahr 2010, bis dahin verblieben im östlichen Eckpavillon die Werkstätten, die Bibliothek, die Landesfachstelle für Archive und öffentliche Bibliotheken und Teile der Verwaltung.


Standort Golm – Ende einer langen Suche: Nach jahrzehntelang geführter Debatte um die bedarfsgerechte Unterbringung des BLHA wurden im Juni 2011 die Weichen für den Umbau eines Forschungs- und Produktionsgebäude im Wissenschaftspark Golm für das BLHA gestellt. Bereits seit 2009 nutzte das Archiv Teile dieses Gebäudes im Erdgeschoss als Außendepot, ab 2010 erfolgte der Umbau weiterer Räumen für die Werkstätten. Ab Dezember 2013 wurde das Gebäude vollständig vom ursprünglichen Innovationszentrum zum heutigen archivgerechten, barrierefreien und nutzerfreundlichen Landeshauptarchiv umgebaut.


„Alles und alle unter einem Dach“: Im Januar 2016 war der Umzug in den Wissenschaftspark abgeschlossen. Erstmals in der Geschichte des BLHA sind alle Arbeitsbereiche unter einem Dach vereint. Bei einer feierlichen Einweihung und einem Tag der offenen Tür im Frühjahr 2016 präsentierte das BLHA seine Räumlichkeiten der Öffentlichkeit. Mit großen roten Lettern weist das Gebäude von weitem sichtbar auf seine Aufgabe hin: das Gedächtnis des Landes Brandenburg zu bewahren und der Gesellschaft den Zugang zu ermöglichen.