Jute, Häuser, Republik. Der Industrielle und Sozialreformer Max Bahr (1848–1930)

Ansicht der Ausstellungsmodule, die aus Holz, Papier und Jute gefertigt sind

In Zusammenarbeit mit der Woiwodschafts­- und Stadtbibliothek in Gorzów Wielkopolski zeigt das Landeshauptarchiv eine Ausstellung über den Industriellen und Reichstagsabgeordneten Max Bahr. Die zweisprachige Ausstellung ist vom 25. Oktober 2021 bis zum 5. Januar 2022 in Gorzów Wielkopolski zu sehen. Weitere Orte folgen.

Wer war Max Bahr?

Max Bahr aus Landsberg an der Warthe prägte die Geschichte Brandenburgs um die Wende zum 20. Jahrhundert. Als Kaufmann baute er die Herstellung von Jute-Produkten aus. Ab 1905 war er mit seiner Jutefabrik einer der größten Arbeitgeber der Region. Seine geschäftlichen und persönlichen Kontakte reichten in alle Welt und brachten Bahr bis nach Amerika und Indien. In Verbindung mit seinem unternehmerischen Erfolg baute er hunderte Arbeiterwohnungen, ein Volksbad und das Volkswohlfahrtshaus als Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Beharrlich setzte sich der Sozialreformer für die Verbesserung der Lebensbedingungen seiner Arbeiterinnen und Arbeiter, für mehr Chancengleichheit und für die gesellschaftspolitische Förderung von Frauen ein.

Verteidiger der Republik

Für die sozialliberale DDP wirkte Bahr bis 1924 im ersten Weimarer Reichstag vor allem in der Sozial- und Wohnungspolitik. Bis zu seinem Tod 1930 blieb er ein entschlossener Verteidiger der Republik. Volksbad, Fabrik und die Arbeiterhäuser prägen noch heute das Gesicht der heutigen Stadt Gorzów Wielkopolski, ehemals Landsberg an der Warthe.

In 16 Themenmodulen zeigt die Ausstellung den Brandenburger im Kontext seiner Zeit und veranschaulicht anhand neuer Quellenfunde, wie der Unternehmer über die Stadtgrenzen hinaus Wirtschaft, Politik und Alltag der Menschen veränderte – stets am Wohl der Vielen orientiert. Dank seines unternehmerischen Erfolgs, seines beharrlichen sozialen Engagements und seiner großen Einsatzbereitschaft für öffentliche Interessen verdient er neue Beachtung.

Ausstellungsort(e)

Die Ausstellung ist vom 25. Oktober 2021 bis zum 5. Januar 2022 in der Woiwodschafts- und Stadtbibliothek Zbigniew Herbert, ul. Sikorskiego 107 (Eingang von ul. Kosynierów Gdyńskich) in 66-400 Gorzów Wielkopolski, Polen, zu sehen.

Flyer zur Ausstellung

Vom 25. Februar bis 15. Mai 2022 wird die Ausstellung voraussichtlich in Frankfurt (Oder) im Museum Viadrina zu sehen sein. Weitere Standorte in Brandenburg sind geplant.

Die Ausstellung ist ein Projekt des Brandenburgischen Landeshauptarchivs in Partnerschaft mit der Woiwodschafts- ­und Stadtbibliothek Zbigniew Herbert in Gorzów Wielkopolski.