Zum 70. Jubiläum: Die ersten digitalisierten Akten sind online

Potsdam, 20. Juni 2019 – Sieben Jahrzehnte nach der Gründung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA) am 21. Juni 1949 sind die ersten 1.788 digitalisierten Akten online verfügbar. Rund 463.000 Aktenseiten können in der Archivdatenbank eingesehen werden. Bei der Jubiläumsfeier des Brandenburgischen Landeshauptarchivs am 20. Juni 2019 gab die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch, den Startschuss für die Freischaltung der Digitalisate und würdigte das Archiv als „zentrale Quelle für das Verständnis unserer Vergangenheit und Gegenwart“.

„Ich freue mich insbesondere, dass das Landeshauptarchiv heute – sieben Jahrzehnte nach seiner Gründung – die ersten online recherchierbaren Akten öffentlich zugänglich gemacht hat. Das ist ein wichtiger Meilenstein bei der erforderlichen Digitalisierung und der Entwicklung neuer, insbesondere virtueller Zugänge zum weltweiten Wissen“, hob die Ministerin in ihrem Grußwort hervor.

Verbesserter Zugang zur bedeutendsten Überlieferung des Landes
Die Digitalisierung und Onlinestellung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs verfolgt das Ziel, einen zeit- und ortsunabhängigen Zugang zu vielgenutztem Archivgut zu ermöglichen. Den Auftakt der Online-Stellung bilden 1.788 Akten aus dem Bestand Rep. 2A Regierung Potsdam – Abteilung I Präsidialabteilung – Hochbauangelegenheiten aus der Zeit von 1767 bis 1945. Dieser Bestand umfasst umfangreiches Quellenmaterial zur Bau- und Denkmalforschung. Enthalten sind Akten über die Durchführung von Bauten und die bauliche Unterhaltung. Sie betreffen überwiegend staatliche Gebäude, ebenso die Erhaltung von Baudenkmälern, darunter Schlösser der Berlin-Potsdamer Schlösserlandschaft, Kirchen und Klöster, Stadtmauern oder andere historische Bauten.

Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert
Das heute veröffentlichte Schriftgut ist der erste von insgesamt vier häufig genutzten Teilen des Bestandes Rep. 2A Regierung Potsdam, die im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes digitalisiert und online bereitgestellt werden. Die Akten der Regierung Potsdam sind im Vergleich zu anderen preußischen Bezirksregierungen besonders gut überliefert und halten in Umfang und Dichte Quellenmaterial für vielfältige Forschungsthemen zur Geschichte Brandenburgs und Preußens vom Ende des 18. Jahrhunderts bis 1945 bereit. Sie gehören zu den am meisten benutzten Beständen des Archivs.

Bis Sommer 2020 folgen Scans von weiteren 10.000 Akten mit insgesamt rund 5,6 Millionen Imagedateien aus den Bereichen Siedlungs- und Wohnungswesen, Kommunalangelegenheiten sowie Polizei- und politische Angelegenheiten. Der Förderanteil der DFG umfasst rund 230.000 Euro – hinzu kommt ein vom Land Brandenburg finanzierter Eigenanteil des BLHA von etwa 137.000 Euro.

Scans vom Mikrofilm aus dem Superarchiv
Die im Rahmen des DFG-Projektes digitalisierten Unterlagen gehören zur bedeutendsten Überlieferung des Landes Brandenburg und wurden deshalb in der sogenannten Bundessicherungsverfilmung schwarz-weiß auf Mikrofilmen gesichert und im „Superarchiv der deutschen Geschichte und Kultur“ der Bundesrepublik Deutschland im Barbarastollen bei Freiburg im Schwarzwald eingelagert. Um die bereits verfilmten Originalakten zu schonen, wurden die Scans vom Mikrofilm erstellt und sind daher ebenfalls schwarz-weiß.

Jubiläum und Festakt
Beim Festakt am 20. Juni 2019 sprach nach der Ministerin der Direktor des Polnischen Staatsarchivs von Gorzów Wielkopolski, Prof. Dr. Dariusz Rymar und bekräftigte die enge Verbindung der beiden Archive. Die Festreden hielten der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Prof. Gerald Maier sowie der Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Prof. Dr. Klaus Neitmann. Er betonte angesichts des Jubiläums und der damit verknüpften Online-Bereitstellung der sogenannten „Rückgrat-Überlieferung“ des Hauses:

Die vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv verwahrte und betreute Überlieferung bezeugt die kontinuierliche Existenz einer fast tausendjährigen politischen Einheit Brandenburgs, ohne deren umfassende Geschichte es das heutige Land Brandenburg nicht gäbe. Die auf archivalische Quellen gegründete Erforschung der brandenburgischen Orts- und Landesgeschichte, an der das Landeshauptarchiv nach Archivgesetz nachdrücklich mitwirkt, vermag die Bewohnerinnen und Bewohner über den Werdegang ihres Landes und das daraus geschöpfte Selbstbewusstsein seiner Menschen aufzuklären. Wenn das Brandenburgische Landeshauptarchiv zu Recht als das Gedächtnis des Landes gilt, dann dürfen und sollen dessen Potentiale von allen Interessenten zu diesem Zwecke immer wieder genutzt und ausgewertet werden.

Die Digitalisate sind in der Online-Recherche des Landeshauptarchivs zu finden: http://recherche.im.blha.de/archivplansuche.aspx?ID=18010

Am 8. September 2019 von 10 bis 16 Uhr lädt das Landeshauptarchiv zum Tag der offenen Tür ein.

Bilder aus 70 Jahren Geschichte hat das Landeshauptarchiv auf seiner Internetseite veröffentlicht: http://blha.brandenburg.de/index.php/bilder-zur-geschichte-des-blha/

Pressemitteilung als PDF
Factsheet zur Veröffentlichung (PDF)